Hormone
Cortisol und Bauchfett: Was der Stresshormon-Spiegel mit der Körpermitte macht
Wer über längere Zeit unter Anspannung steht, nimmt oft nicht überall zu — sondern vor allem in der Körpermitte. Dahinter steckt ein hormoneller Mechanismus.
Cortisol ist ein Hormon der Nebennierenrinde. Es steigt morgens an, fällt über den Tag ab und versetzt den Körper kurzfristig in Handlungsbereitschaft. Das ist zunächst nützlich: Cortisol stellt schnell Energie bereit.
Problematisch wird es, wenn der Spiegel dauerhaft erhöht bleibt. Fettzellen im Bauchraum tragen deutlich mehr Cortisol-Rezeptoren als Fettzellen an Armen oder Beinen. Steht viel Cortisol zur Verfügung, wird bevorzugt dort eingelagert.
Warum das mehr ist als eine Frage der Optik
Fett im Bauchraum liegt zwischen den Organen und ist stoffwechselaktiv. Es gibt Botenstoffe ab, die wiederum die Insulinwirkung beeinflussen. So entsteht ein Kreis: Anspannung begünstigt die Einlagerung, die Einlagerung beeinflusst den Zuckerstoffwechsel, und der wirkt auf Hunger und Sättigung zurück.
Was den Spiegel beeinflusst
Belastbar dokumentiert sind vor allem drei Faktoren: Schlafdauer, körperliche Bewegung und die Regelmäßigkeit der Mahlzeiten. Auffällig ist, dass sehr strenge Diäten den Cortisolspiegel eher erhöhen als senken — der Körper wertet starke Einschränkung selbst als Belastung.
Für viele erklärt das eine Beobachtung, die sonst widersprüchlich wirkt: dass eine sehr strikte Phase kurzfristig funktioniert und danach schwerer wiegt als vorher.